Panavia Tornado Diskussionsthread - Page 2 - ED Forums
 


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Old 11-12-2018, 08:46 PM   #11
Drotik
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Nur kannst du sagen warum nur mit einer Bordkanone gefeuert werden darf? Überhitzung, Ladehemmung,...?
Wegen der Vibrationsbelastung. Eigentlich ist es so vorgesehen, dass beide Kanonen gleichzeitig feuern. In den ersten Jahren war das auch noch so. Man hat über die Dauer aber herausgefunden, dass sich bei häufigen Schießen das Radom verzieht. Der Zelle an für sich macht das nichts aus, aber am Übergang vom Rumpf zum Radom kommt es wohl nach längerer Zeit zu einem Verzug des Materials und das Radom schließt nicht mehr 100% bündig ab. In dem man den Betrieb auf eine Kanone gleichzeitig umgestellt hat, wurde das Problem gelöst. Ich meine das wäre 1979 gewesen. Bin aber nicht sicher, auf jeden Fall ist es schon etwas länger her.
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Old 11-12-2018, 09:16 PM   #12
Drotik
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Noch ein paar Infos zur BK:

Der IDS Tornado ist mit zwei 27 mm Maschinenkanonen ausgestattet, je eine rechts und links auf Höhe des Cockpits. Die Feuerrate beträgt nominal 1700 Schuss pro Minute und kann in zwei Stufen gewählt werden. Jede Kanone kann mit maximal 180 Schuss gegurteter Munition beladen werden. Es stehen verschiedene Geschossarten zur Verfügung, die Geschosse werden durch einen elektrischen Impuls gezündet und sind nicht wiederverwendbar.

Wie viele Handfeuerwaffen (G36, AK-47 etc.) ist sie ein Gasdrucklader, nutzt zum repetieren also den Expansionsdruck der Treibladung. Ladehemmungen durch unzureichenden Druck kommen natürlich vor. In einem separaten Magazin befinden sich deshalb mehrere Durchladekartuschen. Bleibt die Waffe stehen (das Kanonensteuergerät zählt die ausgeworfenen Hülsen) wird eine dieser Kartuschen automatisch gezündet und die lädt das System wieder durch, anscheinend merkt das der Pilot nicht mal.

Durch den Rückschlag entsteht eine Kraft von etwa 35 Kilonewton, also 3,5 Tonnen! Um die Zelle vor dieser enormen Wucht zu schützen, ist die Kanone über einen Öldämpfer mit der Zelle verbunden und quasi schwimmend gelagert. So wird ein Großteil des Rückschlags abgefangen.

Ich glaube alle 500 Schuss (?) muss die Kanone ausgebaut und gereinigt werden. In Friedenszeiten versteht sich.

Last edited by Drotik; 11-13-2018 at 03:51 PM. Reason: Fachlicher Fehler, korrigiert.
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Old 11-13-2018, 09:12 AM   #13
QuiGon
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Tolle Infos, danke. Das veranschaulicht sehr schön wie Komplex diese modernen Flugmaschinen sind und was da alles an Details drinnen stecken über die man sich als Außenstehender normalerweiße keine Gedanken macht
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Old 11-13-2018, 09:21 AM   #14
Tobi1304
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Besonders die ECR Tornados aus Jagel, seit jeher unser Aufklärungsgeschwader, besitzen mit dem Recce Lite Aufklärungsbehälter in den europäischen Luftstreitkräften einzigartige Fähigkeiten zur Aufklärung.
Und nicht zu vergessen die ECR Tornados des inzwischen leider aufgelösten JaboG 32 aus Lechfeld, die dafür da waren, die gegnerische Luftabwehr nieder zu halten.
Würde perfekt in die "Zeitlinie" von DCS passen. Außerdem wärs schön mal wieder ein paar Kisten von meinem alten Geschwader fliegen zu sehe.
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Old 11-13-2018, 09:32 AM   #15
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Originally Posted by Tobi1304 View Post
Und nicht zu vergessen die ECR Tornados des inzwischen leider aufgelösten JaboG 32 aus Lechfeld, die dafür da waren, die gegnerische Luftabwehr nieder zu halten.
Würde perfekt in die "Zeitlinie" von DCS passen. Außerdem wärs schön mal wieder ein paar Kisten von meinem alten Geschwader fliegen zu sehe.
"dafür da waren"?
Die fliegen immernoch, nur sind sie jetzt beim Aufklärungsgeschwader 51 (pardon, ich meine natürlich Taktisches Luftwaffengeschwader 51) beheimatet.
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Old 11-13-2018, 12:58 PM   #16
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Er wäre sicherlich ein super Modul für DCS.
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Old 11-13-2018, 01:45 PM   #17
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Würde mich auch sehr freuen, und mit einem Tornado wäre dann die Luftwaffe grob im Jahre 2000 recht gut aufgestellt in DCS:


- F-4 (angekündigt von ED)
- MiG-29 (vorhanden, leider nur FC3)
- Tornado (fehlt)
- UH-1 (vorhanden)
- Bo-105 (bei welchem Entickler auch immer in arbeit)


Da wären wir doch gut dabei
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Old 11-13-2018, 01:54 PM   #18
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Die Bo-105 ist bei Miltech-5 in Arbeit. Disskussion aber bitte hier führen: https://forums.eagle.ru/showthread.php?t=186763
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Old 11-13-2018, 02:34 PM   #19
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Ich habe meine Literaturempfehlungen zum Tornado noch um ein weiteres Buch (Tornado Down) erweitert, das ich kürzlich gelesen habe. John Peters, einer der beiden Autoren dieses Buches, ist auch einer der Mitwirkenden im Buch Tornado Boys, wo er allerdings nicht über seine Rolle im Golfkrieg berichtet, sondern über die Rolle des Tornados als Atomwaffenträger im Kalten Krieg. Diese Rolle möchte ich hier auch mal kurz beleuchten, denn was Peters darüber in Tornado Boys berichtet ist irgendwie doch ziemlich erschreckend:

Neben den deutschen Tornados, die während des Kalten Krieges im Rahmen der nuklearen Teilhabe in der NATO-Planung auch als Atombomber vorgesehen waren (bzw. das im geringeren Umfang sogar immernoch sind), waren damals auch mehrere britische Tornado-Staffeln mit der selben Aufgabe in Deutschland stationiert. Peters berichtet in Tornado Boys von einer NATO-Zertifizierungsübung Ende der 80er Jahre an der er teilgenommen hatte und bei der es genau um diesen Auftrag ging. Da es sich um eine Übung handelte, bei der seine Einheit von Seiten der NATO für die Aufgabe des Atomwaffeneinsatzes zertifiziert werden sollte, war diese Übung bis ins kleinste Detail dem Ernstfall nachempfunden, wenn auch natürlich ohne tatsächlichen Abwurf. Das, was ich daran so bemerkenswert finde und die Absurdität des ganzen sehr gut verdeutlicht ist ein eigentlich eher kleines Detail. Und zwar wurden den Piloten vorm Abflug Augenklappen ausgegeben, die sie während des Fluges tragen sollten. Der Grund dafür ist, dass in einem solchen Einsatzszenario damit gerechnet werden musste, dass bereits auf dem Hinflug zum Angriffspunkt rundherum Atomwaffen detonieren. Die Piloten wurden zwar angewießen nicht in die Nukleardetonationen zu blicken, da das aber nicht unbedingt vermeidbar ist, sollte die Augenklappe in diesem Fall zumindest ein Auge schützen. Sollte der Pilot oder der WSO wärhend des Fluges durch einen solchen Lichtblitz erblinden, so konnte er sich die Augenklappe vom Kopf reißen und mit dem zweiten Auge den Einsatz fortführen in der Hoffnung dieses nicht vor erreichen des Angriffspunktes auch noch zu verlieren.

Wenn man das so ließt kann man doch froh sein, dass diese Zeiten (hoffentlich) hinter uns liegen, jedoch sollte man nicht vergessen, dass auch die deutschen Tornados nach wie vor für diese Aufgabe vorgesehen sind und das auch nach wie vor üben, wenn auch wohl nicht mehr in der Form wie das im Kalten Krieg der Fall war.
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Old 11-13-2018, 02:41 PM   #20
Tobi1304
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"dafür da waren"?
Die fliegen immernoch, nur sind sie jetzt beim Aufklärungsgeschwader 51 (pardon, ich meine natürlich Taktisches Luftwaffengeschwader 51) beheimatet.
Ja, dafür da waren, weil es zum einen das JaboG 32 nicht mehr gibt und zum anderen das „Taktische Luftwaffengeschwader 51“ (was für ein sau bescheuerter Name übrigens btw.) einen grundlegend anderen Auftrag hat und hatte als das JaboG 32.
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